tourtagebuch teil 1

Freitag, 09.09., Berlin, Kino Babylon

Indoor-Mugge mit Bestuhlung, dicke EAW und schönem 48er Soundcraft. Nach uns war Klaus Renft und seine Combo dran. Nach deren Linecheck kurz mit dem FOH-Techniker der Verleihfirma das Pult und Siderack klargemacht, schönes Arbeiten. Dann ging es los und war auch schon wieder vorbei.
Außer der Tatsache, daß mein Rucksack nicht mehr da ist sonst nix spektakuläres, mit dem Sound wie immer nicht zufrieden, Monitor soll brauchbar gewesen sein.

Samstag, 10.09., Vollmershain, Open Air

Nexö Alpha Stacks, 4 Bell Doppel15″ pro Seite als Sub, Yamaha M3000. Aufbau und Soundcheck in 15 min, der blanke Streß, danach wurde es langsam.

Der FOH-Festival-Tech war schon seit 7 auf den Beinen, trotzdem wahnsinnig nett und sehr entspannt. Arbeitsplatzbeleuchtung war ein Par56 weiß, der mit jedem Schlag der Bassdrum kurz dunkel wurde. Schon beim Vorgespräch, während noch die Band vor uns dran war, kam der Hinweis, das Pult nicht über -10dB am Hauptanzeiger zu fahren, “sonst kommt der FI, hier war nur ne 16er für den Ton”. Und dabei wollte ich doch heute Rotpegelfrustmischen mal RICHTIG laut machen. Mein Bedauern ob dieser Tatsache wurde mit dem Hinweis auf 120dB vor der Bühne abgetan. Dem ist dann nicht mehr viel hinzuzufügen.

Monitor war schlecht, irgendwas fängt immer an zu koppeln, aber mit dem 5Saiter kommen wenigstens auch die Subs mal zum Spielen, da werden einige Mägen geflattert haben.

Zwischendurch setzt ein kurzer Schauer ein, es hat schon ringsum gewittert. Der Platzregen-auf-Sprühregen-Adapter (Pavillon) hält nicht dicht, noch einer drüber, hält. Der Lichtmann sitzt in strömendem Regen, aber das Lichtpult ist wenigstens trocken. Nach 5 Minuten ist der Spuk vorbei. Später höre ich von katastrophalem Wetter hier in Leipzig – mit dem Komplettprogramm abgesoffener Keller etc.

Zum Schluß hängt der Mauszeiger vom Laptop genau dann, als das Outro abgefahren werden soll. Irgendwas is’ ja immer.

Sonntag, 11.09., Halle, Schlachthof, Halb-Open-Air

Anfahrt in HAL wie immer zu spät, TL hat aber auch schon nen stressigen Tag hinter sich, 6*4m Bühne 100m aus einer abgesoffenen Veranstaltung zum LKW getragen. Und das waren nicht die einzigen Veranstaltung, wir waren also gestern die Ausnahme.

Der Schlachthof ist eine sehr rustikale Location, will sagen: Backsteinhalle 35*150m, vorn und hinten offen, oben teilweise offen. 8 18″ und 4 15″/2″ Tops, 32er Soundcraft Series2.

Mikrofonieren für Los Carteros, deren Tech will irgendwelche Mikrofone, die ich ihm nicht hinstellen kann oder will. Ich begründe das, er argumentiert dünn. Beim Soundcheck stellt sich heraus, daß er noch relativ frisch in der Materie ist, und mit seinen Wunschmikros dort das Pfeifkonzert des Jahres abgefahren hätte.

Mittlerweile hat Tonmann Nr. 3 die Location betreten, er hat heute frei und will “mal gucken”.

Lazylectric aus Leipzig, 3 junge Frauen, schön anzuschauen, schöne Stimmen, schöne Instrumentenbeherrschung. Barjazz (Sade, Jazz- und Swingstandards). Die Halle in Halle macht genug Hall, kurz die anderen Effekte geroutet und grob eingestellt, und da ist es auch schon vorbei.

Los Carteros, und Tonmann Nr. 4 kommt, der Tonmann Nr. 2 babysitten soll. Ich ziehe mich weiter zurück, entspannter als gedacht heute. Tonmann Nr. 4 kriegt den Sound in den Griff, Tonmann Nr. 2 steht staunend daneben. Umso beachtlicher, da Tonmann Nr. 4 seit 8 Uhr Schlagermusik Open Air hinter sich hat.

Die Rache für die Lazyness kommt: die Bühne muß in den Truck. Schweißtreibend, aber nach 1:15h ist alles weg.

Wochenende vorbei.

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