tourtagebuch teil 9 – winterwunderland

Nach einiger Abstinenz rollt die Entourage jetzt wieder. Dieses Mal nach Forst. Forst ist so ziemlich am Ende Deutschlands, 100 Meter vor der polnischen Grenze. Und diesmal wieder mit eigener Anlage. Das heißt: 13 Uhr treffen zum Laden, alles rein, und los. Auf der A13 fühlt man sich fast wie in Rußland, links Nichts Und Schnee, rechts Wohnblöcke aus DDR-Beständen in Nichts Und Schnee. Von rechts weht Schnee auf die Autobahn. Auf der Landstraße wird das Drama schlimmer: Keine Spur eines Räumdienstes, vorsichtiges Bremsen läßt das ABS anspringen.
Ankunft, ausladen, Transporter läßt sich nur noch schwer rangieren – der Schnee. Vor Ort ist eine alte Astrid-40-Kanal-Konsole – ich hätte sie zu gern ausprobiert. Ging aber nicht, keine Stagebox am Multicore. Also das ganze eigene Zeug rein und aufgebaut – und dann ist auch noch in einem Aktivmonitor die Sicherung des Hochtöners kaputt. Mit einem Bit aus dem Kasten gebrückt (dont’t try this at home, kids. we’re all trained professionals) und los.
Publikum war großartig, wurde aber leider teilweise von der Anlage ausgepfiffen. Zum Einpfeifen hat die Zeit nicht gereicht, das mußte live gehen.

2 Uhr dann angefangen mit abbauen und “mal den Transporter holen” gegangen. Der war nur noch durch knietiefen Schnee zu erreichen – und entsprechend gestaltete sich auch das Rangieren. Alles wieder rein, um 4 ging’s dann los. Schnee allerorten, die Autobahn bestand aus festgefahrenem Schnee in der Mitte und 20-30cm hohen Verwehungen am Rand. Und das alles einspurig. Mehr als 70km/h waren da nicht drin. Einmal Fahrewechsel mittendrin, auf der Gegenfahrbahn kreiselten Autos und kippten Tanklastzüge um – wir haben also verdammtes Glück gehabt, wir konnten glatt durchfahren. 09.30 Uhr war ich dann endlich wieder zuhause, 24 Stunden auf den Beinen, und die Anlage muß noch raus.

Eine Antwort zu “tourtagebuch teil 9 – winterwunderland”

  1. [...] Endlich Schlaf, nach dieser Aktion. Dachte ich. Brauchte ich auch. noch nicht mal eine halbe Stunde gelegen, klingelt es an der Tür. Ignoranz half leider nicht, das Klingeln repetierte. Keiner meldete sich an der Gegensprechanlage, fast wieder im Bett, wieder Klingeln. Argh. Vor der Tür ein Mann, meinte, er habe beim Einparken mein Auto angefahren. Beim Bremsetreten abgerutscht. Also runter in die Kälte zur Schadensbilanz: da hat wer Schwung gehabt. Motorhaube gefaltet, Stoßstange verzogen, Scheinwerfer kaputt – und die Tachobeleuchtung geht seitdem auch nicht mehr. Die Frage nach Polizei verneinte er, also wieder in die Wohnung, Protokoll schreiben und Daten aufnehmen. Normalerweise wäre das sein Job gewesen, der Mann ist Polizist und wollte gerade zum Dienst. Das ist Pech. Irgendwie trägt sich die Kiste vielleicht selbst – wer weiß? [...]

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