Archiv für August 2006

neulich im supermarkt II

Monday, 21. August 2006

…stand ein Informationsbesuch der Spirituosenabteilung an. Und da trifft mich doch tatsächlich der Schlag: eine Packung von 5 Kleinstmengenflaschen (sog. “Schluckis”) zusammen mit einer CD. Von den Puhdys. Aufdruck: “Wir saufen bis zur Rockerrente”. Crosspromotion 2.0. Das Volk säuft die Idole und die alten Haudegen können wieder kräftig GEMA-Ausschüttungen kassieren, auf der CD sind noch drei Machwerke. Leider keine Kamera, und keine Lust, dafür Geld zu bezahlen. Bild wird nachgeholt. Soweit erkennbar, ist auf jeder der Flaschen ein anderes Bandmitglied. Scheint das neue Album doch nicht so gut zu laufen.

Kurzes Zitat von ihrer Seite:

Die PUHDYS gibt es jetzt auch zum “Anstossen”! Gemeinsam mit SCHILKIN haben die PUHDYS eine kleine Schnapsedition heraus gebracht. 5 PUHDYS – 5 Schnäpse und eine CD mit den Titeln “Rockerrente”, “TV-Show” und “Hey wir woll´n die Eisbärn sehn”. Na dann mal Prost! (zu kaufen bei real und Kaufland und in Kürze auch hier auf der PUHDYS – Seite)

Prost Mahlzeit!

wer ohren hat zu hören

Tuesday, 15. August 2006

…ist neuerdings ein Dieb.

1996. Das Internet ist neu, genau wie meine Stromgitarre. Zumindest für mich. Endlich die richtig heißen Stücke so richtig heiß spielen. Nur – wie gehen die Akkorde eigentlich? Und wie zur Hölle spielt dieser Typ dieses rattengeile Solo? Mal in diesem Internet nachgeschaut, da gibt es tatsächlich was, wo sich Leute hingesetzt haben und aufgeschrieben, wie ihrer Meinung nach die Lieder aufgebaut sind, und vor allem: wie diese hammergeilen Soli funktionieren. Dann hieß es üben, bis die Finger bluten. Manchmal konnte man sogar erkennen, um welches Lied es geht.

Ab jetzt heißt es aber für alle ambitionierten Nachwuchsgitarristen: tapfer bleiben. Keine Tabulaturen mehr aus dem Netz. Die MPA (Music Publishers Association) hat die einschlägigen Seiten dichtgemacht. Wie können Menschen so etwas tun? Ganz einfach: neben der verarmenden Musikindustrie haben auch die Verleger von Papiermusik mit gefühltem Umsatzrückgang zu kämpfen. Wer ist schuld? Genau: das böse Internet. Und weil sie keine Ideen haben, wie sie das für sich nutzen können, wird erst mal alles verboten.

Nun ist das aber so ne Sache mit der Musik. CDs kopieren und ins Netz stellen ist das eine. Das kann ja praktisch jeder. Die Tab-(und Lyrics-)Seitenbauen jedoch darauf auf, daß Menschen Akkordfolgen oder sogar einzelne Töne hören und notieren können. Das soll es tatsächlich geben. Diese bösen Menschen wissen zum Beispiel, daß “Knocking on Heaven’s Door” auf den Akkorden G, D und C aufbaut, und erzählen das auch noch anderen!. Oder sie haben die seltene Gabe, die gesungenen Worte zu verstehen und niederzuschreiben. Und die Tab-(und Lyrics-)Seiten machen nichts anderes, als diese Schriften zu sammeln und publik zu machen.

An dieser Stelle scheint klar, daß für die Verlage nichts zu holen ist. Warum soll man was kaufen, was andere auch hören können? Ganz einfach: die “offiziellen” Noten sind exakter. Das mag bei Knocking on Heaven’s Door egal sein (und ist es vielen NachwuchsAnfängerbands auch), wird aber bei ansprechender Musik zusehends wichtiger. Musikschulen z.B. nehmen lieber Noten als Tabs, einfach der Richtigkeit wegen. Statt also ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen, wird mit der ganz großen Verbotskeule ausgeholt und alles niedergeschlagen, was sich nicht rechtzeitig duckt. Und weil viele Tab-(und Lyrics-)Seiten ein Hobby der Betreiber sind, und diese sich einen großen Rechtsstreit nicht leisten können (oder wollen), knicken sie ein und schließen. Zumindest vorübergehend. Im Fall OLGA besonders tragisch, die hatten das 1998 schon einmal durch, und haben sich dann wieder hochgerappelt.

Trost für alle da draußen, die händeringend auf Tabs warten: was eigenes ist irgendwann tausendmal cooler (kommt auch bei den Frauen besser an!!!), und Rockkonzerte sind bald sowieso nur noch in Zimmerlautstärke, und ohne Drogen (lies: Fluppen und Alk).

zuerst hier gelesen, dann erst laut aufgeregt

update(22.08.) Jetzt auch beim Telefon-Onkel

ganz nebenbei

Tuesday, 15. August 2006

“ist ja nur ein experiment” – mittlerweile seit einem jahr. zeit, hier mal umzudekorieren – mal sehen, was mir da einfällt

tourtagebuch teil 15 – FOH/SOS

Monday, 14. August 2006

Dieses Mal zwei Tage an der Ostsee. Einladen und Abfahrt morgens, denn im Norden wird zeitig angefangen. Nun gut. Neben der Backline einigen FOH-Rödel und zwei Aktivmonitore eingepackt, später dazu mehr. Nach langer, aber entspannter Fahrt im ersten Club angekommen, positive Überraschung: alles, was ich mir wünsche, ist da. Eine ML4000, Siderack mit guten EQs und sehr guten Effekten, Standard-Rock’n'roll-Mikros, aktives Monitoring. Leider brummt irgendetwas, es ist nicht genau zu lokalisieren, und hört trotz abgeklebtem Schutzkontakt (we’re trained professionals! don’t try this at home!) nicht auf. Nach dem Soundcheck dann der Schock: es wird bestuhlt! Beim Rock’n'roll! Was auch immer die Intention dahinter war. Trotzdem geht es sehr gut ab, inklusive Publikum, wenn auch eher norddeutsch-unterkühlt.
Tag zwei mit Ostseebesuch, Eis und Hafenrundfahrt, dann zum nächsten Club. Dort die Überraschung: der angekündigte Zwölfkanalmixer kann nur 8 Kanäle, und Platz ist auch keiner. Also eigenen FOH neben der Bühne aufgebaut (dann natürlich SOS/Side Of Stage), mit zwei Kabeln auf den Saal, Direktverdrahtung ohne Multicore, und die Kabel reichen gerade so. Zum Überfluss ist eins kaputt. Man hätte es wissen müssen. Mit den zwei Aktivmonitoren kommen wir auf drei Wege, Frontmix über Kopfhörer. Ich fange an, den kleinen HD25 zu lieben. Großartige Stimmung auf und vor der Bühne, großartige Band, einfach nur schön. Und ein freies WLAN gab es auch, nur keine Zeit, es zu nutzen.
Am nächsten Morgen noch alles abgeholt, und zurück nach Hause durch stockenden Verkehr und Regenschauer. Zuhause gab’s dann wenigstens wieder Sonne – auch wenn ich eigentlich erst mal schlafen wollte. Man kann nicht alles haben.

smoother sound in flash

Wednesday, 09. August 2006

Spin-Off eines aktuellen Projektes: die SoundFader-Klasse. Sound laden, dabei einfaden, smoothe Lautstärkeänderungen, und ein Faden beim Starten und Stoppen leicht gemacht. Wer mag, kann sich das mal anschauen, aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt: der Workaround für den Timingfehler bei onSoundComplete (ist der noch nötig?) kostet jede Menge Performance, im Moment wird der Watcher dafür alle zwei Millisekunden aufgerufen. Kann man aber auch rausnehmen. Dann ist allerdings die Möglichkeit, den Sound am Anfang und Ende um ein paar Millisekunden zu beschneiden, damit er sauber loopt, wieder verschenkt.

die Klasse zum Download

Benutzt wird das ganze Ding sehr einfach:

sf=new SoundFader();
sf.addSound("meinsound.mp3",true);
sf.fadeSound(startVolume,endVolume,fadeTime);

Kommentare, Anregungen, Wünsche etc. willkommen.