Mein Telefon ist wieder da! Gegen nachmittag brachte es der freundliche Taxifahrer direkt zum Office-Tower. In Der Hauptstadt Unseres Landes™ wäre das sicher ETWAS anders ausgegangen…
Ok, zwei Anrufe beim Lost&Found-Department waren nötig (”Ich habe mein Telefon verloren, Taxi Nr. soundso” / 5h später: “Und? Gibts News über mein Telefon?” – “Ja, wo möchten Sie es hingebracht haben?”)
Wieder fully equipped, konnte der Abend beginnen. Nach einem Barbesuch war es dann soweit: Shisha rauchen und leckerstes libanesisches Essen verköstigen. Doch vor den Qualm haben die Götter den Sand gesetzt. Und das ging so:
Naturbelassener, jedoch umzäunter Parkplatz – bestens gefüllt. Also erstmal eine Runde rum, zum gucken. Und hey, da waren noch freie Plätze!! Und in dem Moment, wo der Fahrer sagt, dass er etwas besorgt ist ob des reichlich vorhandenen Sandes und dessen Festigkeit, standen wir auch schon. Ein kleiner Peugeot ist nicht dazu gebaut, durch die Wüste zu fahren – das stand dann mal fest. Wie der Peugeot auch. Zum Glück waren wir ja mit zwei Autos gefahren, und das andere war ein 4×4! Das nennt man Glück…
Pech ist, wenn der 4×4 auch festgefahren ist. Und das war er. Beziehungsweise einfach geparkt, aber er ging nicht wieder wegzufahren.
Glück im Unglück ist, wenn ein paar Locals mit einem Echten™ 4×4 zufällig auch grad dort sind. So einer mit Gangschaltung, Untersetzung und Sperrdifferential. Und der kam auch gleich rangefahren, um uns rauszuziehen.
Leider hatte niemand ein Seil im Auto.
Also wurde zuerst der kleine 4×4 befreit (push push push), und dann der Peugeot, der bis zur Radnabe im Sand steckte und vorn schon aufgesessen war. 2 Mann wackeln, 8 schieben. Und “schieben” heißt hier: eine Motorhaube anfassen, die das Fleisch im Handumdrehen gar brutzelt. Aber es gelang!! Die Jungs haben echt Ahnung vom Sand – und waren total hilfsbereit. Man hätte sie gern auf ein Bier eingeladen… aber sie waren so schnell weg, dass gar keine richtige Zeit blieb, um uns zu bedanken.
Die ganze Aktion hat insgesamt vielleicht eine halbe Stunde gedauert, danach waren wir dann bereit für den weiteren Verlauf (eben: Shisha und Essen – beides lecker).
Für den Heimweg gab es wieder mal ein Taxi, diesmal bewies der Taxifahrer Ortskenntnis, er wohnte nämlich in der Nähe vom Ziel. Und musste dort auch unbedingt hin, das hat man 5 Minuten nach dem Einsteigen gemerkt. Augen weit aufgerissen, Kopf direkt überm Lenkrad, und ab und zu schlägt er sich an denk Kopf. Würde ich auch machen, nach 22 Stunden Taxifahren (auf Nachfrage, wer weiß, wie viele Stunden er unterschlagen hat).
Und an der Stelle der Sheik Zayed Road, an der vor einer Woche noch ein paar Stützpfeiler in der Wüste rumstanden, war dann heute morgen eine Seite überbrückt.