Archiv für die Kategorie ‘rock'n'roll ist kein lehnstuhl’

tourtagebuch teil 12 – gate gar nicht

Sunday, 07. May 2006

Raus auf’s Land zum Blues. Eine Stunde Fahrt this time – quasi Heimspiel. Vor Ort dann die Überraschung: die Company hatte den Rider weder gesehen noch ansatzweise erfüllt. Nicht umsonst steht da eine Kanalliste drauf, das hat den Vorteil, daß man Kanäle zählen kann und ein entsprechend großes Pult bereitstellen. Hamse aber nicht. Heute also ein A&H Wizard 16:2, einer von den 16 Kanälen (auf dem Rider stehen 19 Minium – ohne FX-Returns) ist mit dem Talkback belegt. Siderack hat EQing für die Front, ein M300, dessen beide Effekte auf einem Stereoreturn zurückkommen. Auf dem anderen ist die Disco. 4*comp+4*gate “vom Uli” (nichts geht über Behrenmarke) – allerdings die alten Autocomps, die ohne “pro”. Die tun wenigstens.
Ganz im Gegensatz zum Gate. Das Signal eines Kanal läßt sich partout nicht überreden, wieder in die Insertbuchse, via derer es aus dem Pult geschlüpft ist, zurückzukehren. Das Gate schaltet durch, aber we get no signal. What. Dann eben ohne. Nachdem das geklärt war, Soundcheckfortsetzung, klang für leeren Raum (Stein, lang, schmal) ganz passabel.
Der Raum selbst ist ein klassischer Bluesschuppen, mitten im Nirgendwo, dahinter ein Gatter mit Rehen, in der Mitte des Karrees (Bauernhof, ehemalig) ein Lagerfeuer – Athmosphäre kommt irgendwann schon auf. Man muß nur erstmal warm werden damit.
In der Pause sagen mir Teile der Band, sie hätten Effekte auf dem Monitor gehabt, von Signalen, die sie gar nicht drin haben. Zum Pult gelaufen: it’s no bug, it’s a feature – der obere Knopf des Stereoreturns beschickt die Monitore damit. Gut zu wissen. Um 11 dann Showstart, sage mir niemand, ich sei zu leise. Wo kein Pegelmesser, da kein Richter, oder so. Den Leuten scheint’s gefallen zu haben, die sind auf jeden Fall gut abgegangen, der Kapelle und mir hat’s auch Spaß gemacht, was will man mehr? Ok, nen erfüllten Rider, aber dafür waren die Jungs wirklich schwer in Ordnung und haben sich echt gedreht.
Halb 3 dann verladen, Heimweg, jetzt wird es hell und die Vögel brüllen – Zeit für Ohrenregenerationsschlaf.

tourtagebuch teil 11 – waiting for whatever

Friday, 14. April 2006

Nach der Band losgefahren, vorher angekommen. Geht auch – also erstmal Besichtigung:
Kleine Bühne, alle noch am Bauen – das sollte doch schon fertig sein? – und links und rechts ein Haufen Plastewürfel, übereinandergestapelt. Na ja. Keiner mag die Bell-Kisten – zumal MeyerSound versprochen war. Allerdings von der Firma, die dann das Material NICHT stellte. Also auch kein DTwo, sondern ein MPX500. DDA CS8 – das Pult hatte mehr Kanäle als die Stagebox, es ging recht gut. Beim Backline-Im-Aufzug-Fahren kommt eine Abdeckung von der Decke und gräbt mir Falten in die Stirn. Es hat etwas geblutet, etwas unangenehm, sonst nichts.
Danach warten auf die PA-Firma, auf die andere Band, und dann ein Speed-Soundcheck. Eine DI-Box fehlt, ein Kanal fehlt an der Stagebox, zum Schluß ist dann doch alles gut, Einlaß, ab in den Backstage, wieder warten: aufs Catering. Das war beim Pizzaservice bestellt und kam dann endlich 5 Minuten vor Start. Noch schnell futtern, bevor es kalt wird, zumindest soviel, wie geht. Das war in meinem Fall eine dreiviertel Calzone. Halbwegs geschmeckt hat sie ja. Ganz kurz vor Start kommt der Hausmeister/-techniker/-hauptaufpasser mit einem Pegelmesser und meint: “95 sind erlaubt, 105 machen wir mit, mehr als 110 sind nicht drin”. dBA.
Sound war nach 3 Liedern druckvoll, danach Optimierung, und an der lautesten Stelle 109dBA. Geht doch. Danach von einem Besucher noch einen Bier und zwei Aromatique ausgegeben bekommen, danke nochmal! Abbau, Rückweg, wieder die Band überholt – 05:00 dann endlich Schlaf.

tourtagebuch teil 10 – landpartie

Sunday, 09. April 2006

Ein zauberhafter Frühlingstag ist über das Land hereingebrochen, und kurz nach dem Mittag schon Treffen. Backline verladen (in Rekordzeit), und Aufbruch nach Finsterwalde. Dabei gleich Fieldtest des iTrip mini. Total entspannt durch den Frühlingsfrühnachmittag, stellenweise direkt am Elbdeich lang, durch Wald, Flur und Doberlug-Kirchhain. Interessante Orte am Weg, mit geschätzten 150 Einwohnern und gastronomischn Einrichtungen, die “Kumpelklause” heißen – und auch so aussehen. Irgendwann ist der Akku des iPod alle, und das furchtbare sächsische Privatradio haut uns die besten Hits von irgendwo bis sonstwann um die Ohren, inklusive “Evolution in Paradise” – was eigentlich anders heißt, dann ist es aber einfach nur ein schlechtes Stück Produzenten-Erbrochenes. Die Stimmung kann das nicht trüben.

Am Ort des Geschehens dann erstmal kurz Herzstillstand: Eine Martin Mini-Anlage mit kleinem Sub an einem Behringer 802. “Die Anlage kommt aber noch?” – “Ja, um 4 wollen die hier sein”, da war es 14:45. Also erst mal Käffchen, und dann Backline aufgebaut. Punkt 16:10 kommt dann auch “die Anlage”, eine GL2200 mit etwas Outboardkram. Der Einbau blieb hängen, und ging sogar erstaunlich laut – leider auch das penetrante Brummen, das einfach nicht rausging. Die Jungs von der Company haben dann zwei PS15 gestellt und irgendwas umgesteckt, weg war’s nicht, aber doch deutlich leiser. Dazwischen noch einiges Hupen; merke: wenn etwas im Siderack mit “Monitor” beschriftet ist, Finger weg. Wer es doch probieren will: auch das Steuersignal vom Gate kann man zum Klingen bringen, es verhält sich nur merkwürdig. Um 9 sollte es losgehen, vorher erstmal was essen: warmes dunkles Bierbrot mit dicker Kruste und Griebenschmalz, dazu Salate, Käse, Schinken, hat vollkommen gereicht. Inhouse gebrautes Bier dazu – sehr lecker. Noch schnell ein Spaziergang am lauen Sommerabend durch Finsterwalde-Zentrum, etwas warme Frühlingsluft inhalieren.

Takeoff dann 15 Minuten verspätet, die Hütte voller Leute, und erstmal eine echt gute Bluesband, die ich “mal eben” mitgemischt habe. Dann das Vollprogramm mit Kneiperpause. Sound war dem Empfinden nach gut mit Optimierungsmögllichkeiten. Der 1046 leistet hier gute Dienste, auch in der Vocalgruppe. Kurz nach 2 dann Ende, in aller Ruhe abbauen und 3:30 los, Fuchs und Reh gute Nacht gesagt (irgendwo zwischendrin), 5:30 da und 6:15 im Bett.

leipzig – courage zeigen

Saturday, 01. April 2006

Dagewesen und reingelauscht. Favorit des Abends und damit auch Gewinner des 1. Vorausscheides: 3apes. Die Seite besuchen und reinlauschen! Die Jungs gehen echt in die Beine! Alles andere was dummdapdudummdap (schrammelpilspunk) bis gut, aber die haben echt das Haus gerockt.

Weitere Erkenntnisse: schwarz-weiße Querstreifen haben an Frauen Hochkonjunktur, und nichts essen und Beck’s trinken ist nicht wirklich das, was der Mensch braucht. Und: diesen Techniker wiedergetroffen, und erstmal zur Begrüßung die Brüller der letzten Woche ausgetauscht. Immer wieder schön, ich freu mich aufs nächste Mal.

tourtagebuch teil 9 – winterwunderland

Sunday, 12. March 2006

Nach einiger Abstinenz rollt die Entourage jetzt wieder. Dieses Mal nach Forst. Forst ist so ziemlich am Ende Deutschlands, 100 Meter vor der polnischen Grenze. Und diesmal wieder mit eigener Anlage. Das heißt: 13 Uhr treffen zum Laden, alles rein, und los. Auf der A13 fühlt man sich fast wie in Rußland, links Nichts Und Schnee, rechts Wohnblöcke aus DDR-Beständen in Nichts Und Schnee. Von rechts weht Schnee auf die Autobahn. Auf der Landstraße wird das Drama schlimmer: Keine Spur eines Räumdienstes, vorsichtiges Bremsen läßt das ABS anspringen.
Ankunft, ausladen, Transporter läßt sich nur noch schwer rangieren – der Schnee. Vor Ort ist eine alte Astrid-40-Kanal-Konsole – ich hätte sie zu gern ausprobiert. Ging aber nicht, keine Stagebox am Multicore. Also das ganze eigene Zeug rein und aufgebaut – und dann ist auch noch in einem Aktivmonitor die Sicherung des Hochtöners kaputt. Mit einem Bit aus dem Kasten gebrückt (dont’t try this at home, kids. we’re all trained professionals) und los.
Publikum war großartig, wurde aber leider teilweise von der Anlage ausgepfiffen. Zum Einpfeifen hat die Zeit nicht gereicht, das mußte live gehen.

2 Uhr dann angefangen mit abbauen und “mal den Transporter holen” gegangen. Der war nur noch durch knietiefen Schnee zu erreichen – und entsprechend gestaltete sich auch das Rangieren. Alles wieder rein, um 4 ging’s dann los. Schnee allerorten, die Autobahn bestand aus festgefahrenem Schnee in der Mitte und 20-30cm hohen Verwehungen am Rand. Und das alles einspurig. Mehr als 70km/h waren da nicht drin. Einmal Fahrewechsel mittendrin, auf der Gegenfahrbahn kreiselten Autos und kippten Tanklastzüge um – wir haben also verdammtes Glück gehabt, wir konnten glatt durchfahren. 09.30 Uhr war ich dann endlich wieder zuhause, 24 Stunden auf den Beinen, und die Anlage muß noch raus.

öfter mal was neues

Sunday, 15. January 2006

heute: Gesangsunterricht. Der Plan ist gefaßt, der potentielle Lehrer weiß Bescheid, ich werde davon berichten, wie ich singen lerne und dann den ganzen Fame kriege. Yeah!

want distortion?

Friday, 13. January 2006

just drop it in your rig. Guitar Rig 2 – eben angetestet und für sehr gut befunden. Mit der Gitarre rein in die Silberbüchse, durch das GuitarRig durch, und auf den Kopfhörer wieder raus. Und tatsächlich, es ist verdammt flexibel, es klingt echt gut, und: es arbeitet in Echtzeit (mit etwa 33% CPU-Last). Und wieder Habenwill-Alarm…

Und daß der Twin Reverb dort Twang Reverb heißt – naja, das paßt eigentlich auch zu ihm.

tourtagebuch teil 8 – kennste den?

Wednesday, 21. December 2005

Großer Abend war angesagt, das heißt: am Vortag laden, damit wir früh am Veranstaltungsort sind. Der war diesmal in der Stadt, somit die Anfahrt kurz und wir fast pünktlich da.
Aufbau, Mischpult stecken, immer mehr Musikanten betreten Den Ort Des Geschehens. Zum Schluß waren es dann 11. Der übliche Spaß, Soundcheck (diesmal mit zwei Schlagzeugen), Dynamics einstellen usw. Danach wurden noch “einige Sachen angespielt”, vor leerem Saal. Ein akustisches Erlebnis erster Güte, wir hatten 100dB am FOH, ohne daß die Front an war.
Danach dann Witz-Session mit dem örtlichen Tech, der davon einen schier unerschöpflichen Fundus zu haben scheint. Und eine Art zu erzählen, da kann man über alles lachen.
Showstart, der Saal ist voll, alles läuft, später wird die Lautstärke problematisch. Einige Instrumente sind mal zu spät gekommen, die Aufregung… aber es geht alles weitestgehend glatt über die Bühne. Das Publikum ist begeistert.
Drei Stunden später ist alles vorbei, ich bekomme noch ein Geschenk vom Fanclub (Danke!), und es geht langsam ans abbauen.
Zum Schluß noch eine Zigarettenlänge Abschiedswitze, entladen und zum Chillout auf ein Bier in die Innenstadt, wo der Kollege noch eine Anlage zu stehen hat. Das wars dann für dieses Jahr mit aktivem Rock’n'roll, see you next year.

kein guter stern

Wednesday, 14. December 2005

Nicht nur ich war nach diesem Abend etwas los. Der Veranstalter hat Insolvenz angemeldet. Tja, von nem ipod und ner Digicam ist schlecht Gage bezahlen, so viel bringen die bei 123hehlerware nicht…

nachtrag

Wednesday, 14. December 2005

habe ich erwähnt, daß mir beim Mitschnitt Audacity abgestürzt ist (kurz vor der Zugabe), und ich jetzt 2,4GB an Einzeldateien liegen habe? Nein?
Es sind 2600 6-Sekunden-Schnipsel, 1300 für links und 1300 für rechts. Praktischerweise immer wechselnd angeordnet, wenn man nach Datum sortiert. Und das ist die einzige Möglichkeit, überhaupt eine Reihenfolge da rein zu bekommen.