Archiv für die Kategorie ‘rock'n'roll ist kein lehnstuhl’

tourtagebuch teil 7 – lost in nossen

Wednesday, 14. December 2005

2 Stunden bei 3° auf der A14 zu warten, ist hart. Aber alles schön der Reihe nach:

Es verspricht, ein guter Tag zu werden. Dort, wo wir hinwollen, ist Blitzeis angesagt, es regnet, wenigstens haben wir schnell beladen und sind auf dem Weg. Das dachten wir bis km 9,5 (nach ca. 70km, die Autobahn war in Fahrtrichtung absteigend numeriert), als dem Hundefänger die Puste und gleich darauf der Motor auging. 1 Kilometer vorausfahrende Band und Mietwagenfirma angerufen (”wir schicken einen Ersatzwagen, dauert anderthalb Stunden”). Transporter waren grad keine verfügbar, “Sie bekommen nen Clio”. Toll, ganz toll.
Nach einigen Telefonaten war die Vorband bereit, Backline zu stellen, also Instrumente und Band in einen Wagen, Tonknechtmann bleibt mit kaputtem Hundefänger voll Backline auf der Autobahn stehen. Es ist knapp über 0° und regnet. Füße? Was ist das?
Nach 2 Stunden kam dann wer von der Vermietung, sogar mit einem Nissan Primera Kombi, da ging zumindest noch der größte Teil der Bassanlage mit. Zum Glück. Und vorgeheizt war er auch schon.

Mit steifem rechten Bein zum Veranstaltungsort, gegessen, dabei festgestellt, daß wir übernachten. Wäre das mit dem Blitzeis auch geklärt.
Der Drummer der Vorband hatte sein Kit aufgestellt, und an diesem Tag gelernt, daß man Felle auch wechseln kann. Da er aber keine dabeihatte, konnte der Soundcheck auf gut abgehangenen 8jährigen losgehen. Und kurz darauf war er schon wieder vorbei, denn Support legte los. Soviel: sie haben sich Mühe gegeben…

Zur Krönung des Tages dann das falsche Intro abgefahren. Danach dann die 2 Stunden Autobahn durch die Endstufen geprügelt und den Bluesern ihr Brett gegeben einen dynamischen und druckvollen Sound gefahren, und zufrieden das Feierabendbier genossen.

Erkenntnis des Tages: Rock’n'roll ist kein Lehnstuhl (ach was!)
Tip für Sparfüchse: im Zigarettenautomaten in Altöbern gibt es die Luckies für 19Stck./4€

tourtagebuch teil 6 – we make records with a mobile

Thursday, 01. December 2005

HD-Recorder. Zu diesem Zweck wird erst mal alles, was da ist, umgesteckt auf die Splitbox, damit der Kollege vom Recording noch saubere Signale bekommt. Denn “was manche FOH-Jungs mit den Gains anstellen, da hab ich schon Dinger erlebt…” Es wird ein angenehmes Zusammenarbeiten.

Die Location ist rund und aus Stein, entsprechend klingt sie. Trotz d&b und Soundcraft Series2. Fast eine Stunde Soundcheck, damit die Jungs von der AV-Fraktion mal etwas Material auf die Bänder bekommen, gut wars dann trotzdem erst mit Leuten.
Die Akusitkgitarre (oder die passive DI) spinnt, später stellt sich das Kabel als Übeltäter heraus. Untenrum drückt der Raum akustisch derart aufs Ohr, so weit kann man am 31er keine Frequenzen korrigieren. Der Kompressor für Fußpauke und Bass (dbx166) funktioniert nur im Bypass sauber.
Nach dem Saitenwechsel ist der Sound komplett im Ofen, warum auch immer, 3 Lieder vor Schluß steht er dann wieder weitestgehend. Zufrieden ist anders.
Mal sehen, was das Filmmaterial von dem Abend hergibt, da bin ich mal sehr gespannt.
Catering war großartig, Betreuung ebenso, und: mein erstes Mal im Rigg. So schnell will ich da eigentlich auch nicht wieder rauf, ich bin dann doch eher Fadervieh als Äffchen.

tourtagebuch teil 5

Monday, 21. November 2005

Irgendwie hatte es die Autovermietung nicht geschafft, den gemieteten Opel Combo bereitzustellen, stattdessen gabs einen 3,5to. Nur für die Backline. Entsprechend gut fur der sich dann über die Landstraßen, diesmal nach Gera. Im Vorgespräch hat mir der Techniker was von “neuen Mikros fürs Schlagzeug” erzählt, hatte aber trotzdem die Riderbestückung passend dabei.
Vor Ort bot sich ein optimal ausgestatteterArbeitsplatz: Midas Venice 32er, Turbosund PA und mein Lieblingseffekt im Siderack, unterstützt von einem voice-one. Backline rauf und auf zum Soundcheck. Und in der Tat, die Audix-Mikros sind die besten, die fürs Schlagzeug machbar sind. Besser als das Beta 52, und der Unterschied zwischen den Sennheisers an den zwei hohen Toms war durch unnötige EQ-Kurbelei sehr präsent. Abgesehen davon klingt der Raum ohne Publikum furchtbar und neigt um Koppeln.

Die Band war in Spitzenform, und mit Publikum im Saal klang die Anlage dann richtig gut. Schön Männermusikmäßigen Span gemacht, und es klang – einfach großartig.
Das Geraer Publikum ist auch ein besonderes, am Anfang absolut verhalten, kurze Zeit drauf ging dann wahnsinnig die Post ab.

Fazit: großartiger Veranstalter, großartige PA-Company und großartiges Publikum – ein rundum großartiger Abend. Und ich war 2:30 wieder da.

getting digital – tourtagebuch teil 4

Tuesday, 15. November 2005

Es novembert ziemlich im Land Brandenburg. Regen, Nebel, Grau. Furchtbar. Dazu 4 Stunden Fahrt ohne (Rauch-)Pause. Irgendwann ist es dunkel und wir in Rostock, check-in ins Hotel und kurzes Frischmachen, dann auf zum Ort des Geschehens.
Statt der im Rider geforderten 4 Wege mit 5 Wedges stehen hier 2 Wege mit 4 Wedges bereit. Nun ja. Nach eingehender Prüfung der Endstufen kurzem Überlegen und im Vertrauen darauf, daß es funktioniert, haben wir wenigstens 5 Wedges. Das Siderack ist eine Klasse für sich, 2 HE Effekte. Solche ohne Display. Erstaunlicherweise klingt es sehr gut. Schöne Show, begeistertes Publikum.
Im Catering steht “Unser Stier-Bier” bereit, dem ich den Titel “Schlechtestes Bier” ohne Bedenken verleihen kann.
unserstierbier
Erkenntnis des Tages: auch mit wenig geht viel, f6lights (was anderes gab es da nicht) schmecken sehr gewöhnungsbedürftig, und: sorge immer für genügend Feuer. Zwei Feuerzeuge mit, das vollbetankte im Hotel vergessen, das Backup war “zufällig” leer, irgendjemand hat mir dann Streichhölzer besorgt. Danke.
Morgens hatte das Drama eine Fortsetzung: am hoteleigenen Automaten gab es natürlich keine blauen Gauloises.

Am nächsten Abend in Schwerin. Seeburg Acoustic Line, HK Monitore, 5 Wedges, alles gutes Zeug. Dazu ein wunderbares DM2000, was einen einzigen Nachteil hat: es ist digital.

So sieht das Teil dann im Einsatz aus.
Was mit dem Ding geht, ist der Wahnsinn. Wie man es bedient, ein anderer. Zum Glück gab’s einen fähigen FOH-Babysitter mit dazu, der mir in einer halben Stunde die Bedienung wenigstens soweit erklärt, daß Soundcheck und Konzert über die Bühne gehen können.

Bemerkenswert: auch das Beschriftungsband ist jetzt digital und über den Fadern.
Weitere Erkenntnisse: Beta52 ist ein hervorragendes BD-Mikro, “Petermännchen” kein ganz so furchtbares Bier, Beck’s Alkoholfrei schmeckt schnell schal.
Rückreise in 3,5 Stunden, und dann ist auch schon wieder Wochenende. Heißer Tip für Sparfüchse: am Rasthof Prignitz kostet das Gauloises blau Bigpack noch 4,90. Solange der Vorrat reicht(tm)

tourtagebuch teil 3

Tuesday, 08. November 2005

So, da waren wir nun, inmitten von Friedrichshagen (das ist am Müggelsee). Klassisch kompliziert die Räumlichkeit, ein Raum vor der Bühne, einer im rechten Winkel ab. Und neben mir der Mann mit dem Pegelmesser. Der ansonsten hilfsbereit und angenehm war. Tja, 95dB waren dann doch nicht drin, zum Soundcheck ging es immerhin auf 98 runter, am Ende werden es wohl so 105 gewesen sein. Auch das kleine Besteck macht Dampf.
Die Band war saugut in Form, die Leute begeistert, und wir in 1,5h von Berlin zurück in good ol’ Hometown L.E. – bleifuß r0xx0rZ aber mal gewaltig… die haase-band haben wir trotzdem um 2 Minuten verpaßt.
Von dort aus (klar…) dann am nächsten Tag in die Umgebung, nach Landsberg. Treppe rauf im Ballsaal. Zum Glück gibt es Stagehands vor Ort (zwei), die sehr intensiv von ihrem letzten Erlebnis mit City schwärmen. Ich wäre auch stolz darauf, nen 12Tonner an Material dort raufgebuckelt zu haben – nun gut.
Sound war nicht so gut wie am Vortag, das ärgert mich dann doch. Obwohl der Raum größer und besser zu handhaben war. Hmpf.
Sonntag nachmittag dann noch ausgeladen – und wieder ist ein Wochenende um.

true life

Friday, 14. October 2005

ein Lehrstück über die Situation auf Veranstaltungen

tourtagebuch teil 2

Tuesday, 11. October 2005

Einige Wochenenden ausgelassen, hier der Kurzabriss:

Borna, Volksbühne – ein wahnsinniges Amphitheater mit viel zu wenigen Menschen, PA-Mann vor Ort sehr bemüht, wir haben ihn gut gestresst.

Kesselhaus Singwitz – hier ein Video, super Veranstaltung, genau wie Schwarzenberg am nächsten Tag mit explizitem Lob der Tourmanagerin.

Malchin im Pub

Der schönste Arbeitsplatz seit langem. Hinter mir offenes Feuer mit einem Suppenkessel drübergehängt, neben mir der Bierausschank, ich konnte mein Glas selbst spülen (wenn ich es gewollt hätte…) Dafür drei Meter Abstand zur Bühne, die rechte Seite der PA verdeckt ein gut ausgestattetes Siderack. (seit diesem Tag ist das t.c. D-Two mein Lieblingsdelay, man kann die Anzahl der Wiederholungen tappen. Ich bin begeistert!) Eine 24-Kanal-Midas schaut mich traurig an, funktioniert aber hervorragend! Der Sound ist dominiert von der Killersnare, aber die Stimmung! Die Leute gehen mit wie nur was… und da sagt man den Menschen im Norden ein kühles Wesen nach. Grinsen von der Bühne, als mein Mitsingen bemerkt wird. Später stand dann in allen möglichen Publikationen was vom “hüpfenden Techniker”… hat eben Spaß gemacht…

Backstage ist die Kegelbahn des Hauses, eins von zwei Malen “Alle Neune” war meins! Zusätzlich wurde an diesem Tag vom musikalischen Leiter der Geschwindigkeitsrekord beim Kegeln gesetzt – nach unten.

Heimfahrt, 5 Stunden Schlaf, Anlage verladen und auf nach Medingen.

Medingen – Gasthof

Auf dem Weg “Brunch” in der Goldenen Möwe Döbeln-Nord, mit Plakat: Staupitzbad sucht die “Miss Arschgeweih”. Die ist Deutschland, auf jeden Fall. Dort angekommen ist nichts, wir stehen vor verschlossenen Türen. Zum Glück weiß der Nachbar, wo der Kneiper wohnt, und dann gehts auch schon los.
Der Raum sieht sehr “rustikal” aus und riecht nach altem Essen, klingen tut er erstmal gar nicht. Beim Soundcheck koppelt die PA(!), ein sehr abenteuerliches EQ-Setup und “Leute drin” später ist es verschwunden. Schönes Konzert, Begeisterung im Vergleich zum Vortag weniger, dafür die wichtigsten Leute des Fanclubs kennengelernt. Heimfahrt und schon um 5 wieder zuhause, die Kapelle hat bei der Anlage mitgeholfen.

tourtagebuch teil 1

Wednesday, 14. September 2005

Freitag, 09.09., Berlin, Kino Babylon

Indoor-Mugge mit Bestuhlung, dicke EAW und schönem 48er Soundcraft. Nach uns war Klaus Renft und seine Combo dran. Nach deren Linecheck kurz mit dem FOH-Techniker der Verleihfirma das Pult und Siderack klargemacht, schönes Arbeiten. Dann ging es los und war auch schon wieder vorbei.
Außer der Tatsache, daß mein Rucksack nicht mehr da ist sonst nix spektakuläres, mit dem Sound wie immer nicht zufrieden, Monitor soll brauchbar gewesen sein.

Samstag, 10.09., Vollmershain, Open Air

Nexö Alpha Stacks, 4 Bell Doppel15″ pro Seite als Sub, Yamaha M3000. Aufbau und Soundcheck in 15 min, der blanke Streß, danach wurde es langsam.

Der FOH-Festival-Tech war schon seit 7 auf den Beinen, trotzdem wahnsinnig nett und sehr entspannt. Arbeitsplatzbeleuchtung war ein Par56 weiß, der mit jedem Schlag der Bassdrum kurz dunkel wurde. Schon beim Vorgespräch, während noch die Band vor uns dran war, kam der Hinweis, das Pult nicht über -10dB am Hauptanzeiger zu fahren, “sonst kommt der FI, hier war nur ne 16er für den Ton”. Und dabei wollte ich doch heute Rotpegelfrustmischen mal RICHTIG laut machen. Mein Bedauern ob dieser Tatsache wurde mit dem Hinweis auf 120dB vor der Bühne abgetan. Dem ist dann nicht mehr viel hinzuzufügen.

Monitor war schlecht, irgendwas fängt immer an zu koppeln, aber mit dem 5Saiter kommen wenigstens auch die Subs mal zum Spielen, da werden einige Mägen geflattert haben.

Zwischendurch setzt ein kurzer Schauer ein, es hat schon ringsum gewittert. Der Platzregen-auf-Sprühregen-Adapter (Pavillon) hält nicht dicht, noch einer drüber, hält. Der Lichtmann sitzt in strömendem Regen, aber das Lichtpult ist wenigstens trocken. Nach 5 Minuten ist der Spuk vorbei. Später höre ich von katastrophalem Wetter hier in Leipzig – mit dem Komplettprogramm abgesoffener Keller etc.

Zum Schluß hängt der Mauszeiger vom Laptop genau dann, als das Outro abgefahren werden soll. Irgendwas is’ ja immer.

Sonntag, 11.09., Halle, Schlachthof, Halb-Open-Air

Anfahrt in HAL wie immer zu spät, TL hat aber auch schon nen stressigen Tag hinter sich, 6*4m Bühne 100m aus einer abgesoffenen Veranstaltung zum LKW getragen. Und das waren nicht die einzigen Veranstaltung, wir waren also gestern die Ausnahme.

Der Schlachthof ist eine sehr rustikale Location, will sagen: Backsteinhalle 35*150m, vorn und hinten offen, oben teilweise offen. 8 18″ und 4 15″/2″ Tops, 32er Soundcraft Series2.

Mikrofonieren für Los Carteros, deren Tech will irgendwelche Mikrofone, die ich ihm nicht hinstellen kann oder will. Ich begründe das, er argumentiert dünn. Beim Soundcheck stellt sich heraus, daß er noch relativ frisch in der Materie ist, und mit seinen Wunschmikros dort das Pfeifkonzert des Jahres abgefahren hätte.

Mittlerweile hat Tonmann Nr. 3 die Location betreten, er hat heute frei und will “mal gucken”.

Lazylectric aus Leipzig, 3 junge Frauen, schön anzuschauen, schöne Stimmen, schöne Instrumentenbeherrschung. Barjazz (Sade, Jazz- und Swingstandards). Die Halle in Halle macht genug Hall, kurz die anderen Effekte geroutet und grob eingestellt, und da ist es auch schon vorbei.

Los Carteros, und Tonmann Nr. 4 kommt, der Tonmann Nr. 2 babysitten soll. Ich ziehe mich weiter zurück, entspannter als gedacht heute. Tonmann Nr. 4 kriegt den Sound in den Griff, Tonmann Nr. 2 steht staunend daneben. Umso beachtlicher, da Tonmann Nr. 4 seit 8 Uhr Schlagermusik Open Air hinter sich hat.

Die Rache für die Lazyness kommt: die Bühne muß in den Truck. Schweißtreibend, aber nach 1:15h ist alles weg.

Wochenende vorbei.

wanted

Tuesday, 13. September 2005

mein rucksack (heller eastpak mit bösem fleck auf linker seite). vermißt seit freitag. inhalt: ipod, digicam, schlüssel, autopapiere, adapterkabel, post.

tatort: 11019 berlin, im kino ggü. der volksbühne.

bitte in zukunft diese stadt mit der ihr gebührenden verachtung strafen und nur in ausnahmefällen “cool”, “hip”, “inspirierend” oder ähnliches finden. bitte auch neue sprachregelung beachten: ab sofort ist diese stadt “vorort von marzahn bei der spree” zu nennen, wahlweise “marzahner vorort” oder “hartzhausen”.

sachdienliche hinweise zum verbleib der gegenstände an mich, mutmaßliche täter dürfen/müssen unter anwendung unmittelbaren zwangs festgehalten werden. notwehr ist ausdrücklich erlaubt, alte volksweisheit: kriminelle sind per se gewalttätig (auch mutmaßliche). bitte mich benachrichtigen und mir was übrig lassen.

becoming no. 1

Wednesday, 17. August 2005

Schöner Artikel über den Weg zum ewigen Rock’n'Roll-Olymp. Was man besser richtig macht, und wo falschmachen nicht wehtut.