Seven Days Without Vodka Makes One Weak

So steht es geschrieben, auf dem Plakat für den „Vodka Heaven“

Ansonsten ist in dieser Stadt die Werbung für die Clubs so gut, dass die Frauen kurzberockt und –behost auf die Straße treten. Bauch- und Ärmelfrei versteht sich von selbst. Daher sehen auch englische Frauen so wohlgenährt aus, sie brauchen es, um sich abends vorzeigen zu können.

Aber der Reihe nach:
EasyJet ist ok, aber wahnsinnig überfüllt, und das schlüssige Aufteilen nach Boarding Areas müssen sie auch noch üben. Schön ist Ankommen auf dem Flughafen, man landet quasi „auf dem Feld“ – so der erste Eindruck. John Lennon Airport – above us only sky. Liegt nahe, muß man aber erstmal drauf kommen. Davor ein gelbes Uboot. Kein Zweifel, hier kommt “dieses monotone JehJeh” her.

Mit einem Taxi in die Stadt, spart Streß und kostet auch nicht allzu viel. Inaugenscheinnahme des neuen Habitates. Hm. Hm. Man legt, so habe ich gelernt, auf der Insel nicht so viel Wert auf die Einrichtung eines Hauses, so blieb es denn beim einfach verglasten Fenster. Um nur ein Beispiel zu nennen.
Merke: wenn man den Spirit of the Volksschwimmhalle real keepen will, einfach mal Wasserhahn aufdrehen. Da werden Erinnerungen an die erste Schwimmstunde wach. “Die Matratze auf der ich liege hat einen Überzug aus Plastik” – nun ja, man kann drauf schlafen. Irgendwie.

Nach dem Aufwachen erstmal das, was man sich als “englisches Wetter” vorstellt. Es schüttet, als gäbe es kein Morgen. Breakfast from Tesco’s – es geht. Die Brötchen sind auch nach dem Weichwerden noch härter als das typische WeizenMehl-Konglomerat, das der Brite gemeinhin als „Brot“ bezeichnet. Nutella schmeckt soweit auch ganz brauchbar – was will man mehr? Dem Instantkaffee schmeckt man nicht an, dass er mit Chlorwasser gemacht ist.
Der Regen hat sich mittlerweile beruhigt, der nicht minder starke Wind trocknet derweil den Boden wieder. Also auf, all through the city.

Liverpool itself besteht zu größten Teilen aus Innenstadt. Hinter jeder Ecke lauert (mindestens) ein Geschäft, ein Club, oder was anderes zum Entdecken.
Die Metropolitan cathedral of Christ the King („Paddys Wigwam” – so werde ich später lernen) ist verdammt imposant, aber an Die Cathedral kommt sie nicht heran. Dafür sieht sie moderner aus. Ansonsten ziemlich Leipzig-Ost: zwischen abbruchreifen und absolut fertigen Häusern sanierte “Wohn- und Gewerbeinheiten” und stylishe Clubs. Und der mit den 70 Spiegelkugeln, die ich leider nicht in Aktion sehen konnte.

Via Chinatown zu den Docks, wo grad gebaut wird. Chinatown ist ganz witzig, die Restaurants machen aber erst um 17:00 auf. Das Albert Dock war gerade leergepumpt. Dafür warten ganz viele Muscheln darauf, entdeckt zu werden. Naja, eigentlich kleben sie nur an der Wand des Hafenbeckens, aber es sieht allemal sehr eigentümlich aus. Tate Gallery, viele, viele Läden. AppleStore gefunden, ohne was zu kaufen wieder rausgegangen. Kein Museum betreten. Wahrscheinlich auch besser so. Dort, wo auf der Karte das Titanic Memorial verzeichnet ist, steht ein weißer Container mit Drahtgeflecht obendrauf und der Aufschrift “ICEBERG”. Ein alter Mann blickt auf die Mündung des Mersey und trauert um seine gefallenen Kameraden. Am Gericht haben Spaßvögel einer Figur ein Verkehrsberuhigungshütchen aufgesetzt.

After that, wieder eine night on plastic.

Leaving day, Das Wahrzeichen Der Stadt besucht. It’s huuuuuuge! Und, wie sollte es anders sein, akral. Der Aufstieg zum Turm erinnert an Batman oder Tim Burton, von oben sieht man alles. Sogar John Lennons Geburtshaus, und das Memorial des ersten Menschen, der von Stephensons “Rocket” getötet wurde. Nun ja. Ansonsten imposanter Ausblick. Wahnsinn. Drinnen ist alles ebenso riesig, Deckenhöhen sind 35 und 50 Meter.
Danach Formalitäten an der Uni. Sieht so ganz angenehm aus, schön grün (im Januar!). Lime Street Central, Single Ticket to Manchester. Dort, wo die Flugzeuge in die untergehende Sonne starten. Leaving on a Jetplane.

England aus der Luft sieht aus, wie ganz viele kleine Lichterketten, manchmal auf den Haufen geknüllt, manchmal aber auch schön nebeneinandergelegt.
Pluspunkt AirBerlin vs. EasyJet: selbst bei einem 30-Minuten-Flug gibt es einen Muffin und einen Trinknapf(!) mit stillem französischem Wasser. Dafür muß der Pilot das Landen noch üben, das war ziemlich rumpelig. Man wird geboardet in den normalen Bereichen, mit vending machines und Raucherbereichen, sodaß man in Ruhe Geld ausgeben und sich auf den Flug vorbereiten kann. Der HotSpot kostet 70 Pence pro angefangene 10 Minuten, das sind nach einer Stunde Nutzungsdauer 5,50€. Nö, dann doch lieber nicht.
Der nächste Flug dauert 50 Minuten, dann sogar mit Sandwiches, Kaffee und anderen Getränken. Und kaum ausgestiegen, steht man schon voll in der Paßkontrolle, mürrische Beamte, zu keinem Wort fähig, mustern müde Fluggäste. Welcome to Germany, ich bin wieder zuhause.

Eines wüßte ich gern noch: hat es der Passagier, der in Stansted ca. 20 Minuten lang für Reykjavik aufgerufen wurde (”very last final call”, mit Namen!), sein Flugzeug noch bekommen, oder muß er dableiben?